die Maginot Linie

 

Die Ligne Maginot ist eine Linie von Festungen zur Verteidigung, die in der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg gebaut wurde und den Namen des damals amtierenden Verteidigungsministers, Monsieur André Maginot, trägt. Oft als ein Wall zur Verteidigung der französisch-deutschen Grenze angesehen, erstreckt sich die Linie eigentlich vom Norden Frankreichs bis zum Mittelmeer, obwohl der Bereich, der zur Verteidigung der französisch-italienischen Grenze diente, auch öfters die Alpine Linie genannt wurde.

Mit der Maginot Linie sind einige vorgefertigte Meinungen verbunden. Die wohl meist verbreitete zeugt zugleich auch wenig Respekt gegenüber dem Andenken an die ehemaligen Kämpfer, ganz gleich ob diese auf französischer, oder deutscher Seite gekämpft hatten: ,,die Maginot Linie hat nichts genützt.” Wichtig ist zu unterstreichen, dass die Maginot Linie, trotz ihrer Devise ,,On ne passe pas” (man kommt nicht durch), nur durch die Propaganda uneinnehmbar war, tatsächlich aber zuerst den Feind abbremsen und zu einem Ausweichmanöver bewegen sollte. Und schon sind wir bei der nächsten häufig etablierten Meinung, die mit der ersten verbunden ist und behauptet, die Wehrmacht habe Frankreich überrascht indem sie durch Belgien zog. In Wirklichkeit war dies für niemanden eine Überraschung, da die deutsche Armee 1914 die gleiche Strategie aus den selben Gründe benutzte: um die französischen Befestigungs-Anlagen jener Zeit zu umgehen. Großbritannien, als Garant für Belgien, war zu jener Zeit gezwungen an dessen Seite zu kämpfen und sich den französischen Truppen anzuschliessen. Eine solche Befestigungs-Linie hat also die wirksame Verteidigung der Grenze ermöglicht (eine einzige Anlage konnte theoretisch bis zu 20 km decken) mit einer begrenzten Anzahl an Soldaten (es gab die verlustreichen Jahrgänge, durch den ersten Weltkrieg verursacht).

Im Jahre 1922 wurde die CDF (Commission de Défense des Frontières) unter der Aufsicht von maréchal Pétain, gegründet. Aus dieser Organisation wird dann 1927 die CORF (Commission d’Organisation des Régions Fortifiées), und die ersten Arbeiten beginnen dann 1928 auf der Seite in Richtung Italien, da der italienische Faschismus bedrohlicher als die Weimarer Republik erschien. Trotzdem gibt es dann auch ab 1929 im Nord-Osten Frankreichs, die ersten Baustellen.

Das für den Bau der Linie vorgesehene Budget wurde von dem Senat am 14 Januar 1930 gewählt. Man spricht von einer anfänglichen Zahl von ungefähr 3 Milliarden Gold-Francs (ein Vergleich in euros wäre zu weit gegriffen), diese erhöht sich aber während der Arbeiten, in dieser Zeit der wirtschaftlichen Krise und somit der Inflation. Ein weiterer grund für das Aufstocken der Kredite war die Machtübernahme d’Adolf Hitler in Deutschland, im Jahr 1933. Am Tag der Wahl des ersten Budjets war André Maginot, ein Veteran des Ersten Weltkriegs der damals schwer verwundet wurde, anwesend. Er war nun der Kriegsminister und einer der grössten Verteidiger der Grenzbefestigung. Er starb am 7 Januar 1932, lange vor Ende der Bauarbeiten. Im Andenken an diesen Minister, bekam diese Verteidigungslinie nachträglich seinen Namen.

Wichtige Tatsache: die meisten Anlagen wurden nie eingenommen. Trotzdem mussten sich die Soldaten des Regimentes der Infanterie dieser Anlage, nach dem Waffenstillstand vom 22 Juni 1940, mit allen Kriegs-Ehren, auf Befehl des französischen Oberkommandos, ergeben.